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Dreizehn Fälle, drei kritisch: was die Zahlen zum West-Nil-Fieber wirklich bedeuten - und was jeder im eigenen Hof tun kann

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Dreizehn Fälle, drei kritisch: was die Zahlen zum West-Nil-Fieber wirklich bedeuten - und was jeder im eigenen Hof tun kann

Dreizehn bestätigte Fälle von West-Nil-Fieber im Land, Stand 30. Juli. Zehn Patienten sind an der Universitätsklinik für Infektionskrankheiten und Fieberzustände hospitalisiert. Drei in kritischem Zustand. Das ist die offizielle Zahl des Gesundheitsministeriums, und sie verdient es, ohne Panik gelesen zu werden - aber auch ohne Verharmlosung.

Was diese Zahlen bedeuten und was nicht

Der überwiegende Teil der Infektionen mit diesem Virus verläuft völlig symptomlos. Nach Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten entwickeln etwa 20 Prozent der Infizierten Fieber und leichtere Symptome, weniger als ein Prozent eine Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Der Epidemiologe Dr. Nikola Danilovski formuliert es präzise: „Die schwere Form tritt bei nur einem Prozent aller infizierten Personen auf. Meist sind das ältere Menschen, Bürger mit chronischen Erkrankungen und Personen mit stark geschwächtem Immunsystem“. Die schwere Form kann eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute, Schwäche und Bewusstseinsstörungen verursachen.

Dreizehn bestätigte Fälle bedeuten also nicht, dass das Virus gerade erst angekommen ist. Sie bedeuten, dass dreizehn Menschen Symptome entwickelten, die ausgeprägt genug für einen Test waren. Das Institut für öffentliche Gesundheit bestätigt, dass in Mazedonien eine lokale Zirkulation des Virus existiert und Fälle meist in den Sommer- und Herbstmonaten registriert werden.

Die Reaktion: nächtliches Sprühen und ein wichtiger Einwand

Das Gesundheitsministerium beauftragte das Zentrum für öffentliche Gesundheit Skopje mit einer zusätzlichen terrestrischen, also bodengestützten Adultizid-Bekämpfung gegen Mücken. Die außerordentliche Behandlung erfolgte über Nacht. Die Entscheidung verpflichtet alle Kommunen mit gemeldeten Erkrankten, sofort eine außerordentliche Bodenbehandlung durchzuführen. Die Stadt Skopje hat die zehnte reguläre Phase der Aerosol- und Bodenbekämpfung bereits abgeschlossen.

Hier trifft Danilovski eine Unterscheidung, die man sich merken sollte: In dieser Phase braucht es genau die bodengestützte, lokale Bekämpfung an den Brutstätten der Mücken - nicht nur Sprühen aus der Luft. Die tatsächliche Wirksamkeit der institutionellen Maßnahmen lasse sich, so seine Einschätzung, erst nach Saisonende analysieren.

Das ist eine höfliche Art zu sagen: Wir wissen noch nicht, ob das Sprühen wirkt. Eine wissenschaftlich korrekte Position - und zugleich eine Erinnerung daran, dass zehn Phasen Bekämpfung nicht dasselbe sind wie zehn Phasen Ergebnis.

Was jeder im eigenen Hof tun kann

Übertragen wird das Virus von Mücken der Gattung Culex, insbesondere der gewöhnlichen Hausmücke Culex pipiens. Sie infizieren sich über Vögel und können das Virus dann auf Menschen und Tiere übertragen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Ebenso wenig einen spezifischen Impfstoff oder ein Medikament - der Schutz hängt vollständig von der Prävention ab.

Der Appell des Epidemiologen ist konkret: Mückenschutzmittel verwenden, Kleidung tragen, die einen größeren Teil des Körpers bedeckt, und stehendes Wasser beseitigen. Wasser in Untersetzern unter Blumentöpfen, Eimern, Näpfen für Haustiere, Dachrinnen und alten Autoreifen - all das sind Brutstätten. Schon eine kleine Menge Wasser genügt für die Eiablage.

Das ist der Teil, den kein Ministerium für Sie erledigen kann. Sprühen tötet erwachsene Mücken für eine Nacht. Ein geleerter Untersetzer unter dem Blumentopf hält sie die nächsten zwei Wochen fern.

Die Region: vier Todesfälle in Griechenland

Im benachbarten Griechenland registrierte die nationale Gesundheitsorganisation vier Todesfälle durch Komplikationen des Virus, alle bei Personen über 65. Von Jahresbeginn bis zum 29. Juli wurden dort 42 Infektionen erfasst, davon 37 mit Enzephalitis oder Meningitis. Allein in der Vorwoche - 21 neue Fälle.

Die hiesigen Gesundheitsbehörden richteten außerdem einen Appell an Imker, den Zeitplan der angekündigten Sondersprühungen zu verfolgen, um ihre Bienenvölker zu schützen. Ein Detail, das zeigt: Selbst die richtige Maßnahme hat einen Preis, den jemand zahlt.

Die Botschaft des Epidemiologen ist keine Panik, sondern dass die Saison nicht vorbei ist und in den kommenden Wochen weitere Einzelfälle zu erwarten sind. Ein Satz, mit dem sich bis Oktober leben lässt - ohne Angst, aber auch ohne volle Untersetzer unter den Blumentöpfen.