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Japan und China werfen sich Militarismus vor, während beide Waffen anhäufen: wenn sich alle im Namen des Friedens bewaffnen

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Japan und China werfen sich Militarismus vor, während beide Waffen anhäufen: wenn sich alle im Namen des Friedens bewaffnen

Auf dem Sicherheitsforum in Singapur, bekannt als Shangri-La-Dialog, wies Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi chinesische Vorwürfe des japanischen Militarismus zurück - und spielte den Ball sofort zurück. Für ihn ist die wahre Sorge nicht das japanische Militär, sondern „ein Land mit einem riesigen Arsenal an Atomwaffen". Diplomatisches Vokabular für: China.

Hinter den Worten stehen Zahlen. Japans Militärbudget übersteigt 9 Billionen Yen, also etwa 57 Milliarden Dollar - mit Rekordwachstum zwölf Jahre in Folge, was Tokio dem NATO-Ziel von 2 Prozent des BIP näherbringt. Das Geld fließt in Anti-Schiff-Raketen, Drohnen und Unterwasserfahrzeuge. Für ein Land, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum Pazifismus verpflichtete, ist das ein stiller, aber klarer Kurswechsel.

Koizumi betonte, Japan handle mit „hoher Transparenz" und das Ziel sei Verteidigung, nicht Krieg. Doch die Geschichte zwischen beiden Ländern ist schwer - Chinas Erinnerung an die japanische Invasion des letzten Jahrhunderts ist lebendig, und Peking warnt beständig vor japanischer „Remilitarisierung". Die Spannungen eskalierten, als Japans Premierministerin andeutete, das Land könne sich im Falle eines Angriffs auf Taiwan eigenständig verteidigen.

Interessant ist, dass es auch in Japan selbst Widerstand gibt. Im ganzen Land finden Antikriegsproteste statt, und die heimische Debatte über das Aufgeben des Nachkriegspazifismus wird immer schärfer. Nicht alle Japaner wollen, dass ihr Land wieder eine Militärmacht ist - die Erinnerungen daran, wohin dieser Weg führt, werden noch immer über Generationen weitergegeben.

Für uns auf dem Balkan ist der Anblick zweier mächtiger Staaten, die sich gegenseitig Militarismus vorwerfen, während beide Waffen anhäufen, schmerzhaft vertraut. Jeder rüstet „zur Verteidigung", jeder ist „transparent", und jeder sieht den anderen als Bedrohung. Und wenn sich alle im Namen des Friedens bewaffnen, ist die einzige Frage, wer zuerst die Geduld verliert.