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New Yorks Bürgermeister kam nicht zur Israel-Parade: Bruch einer 30-jährigen Tradition, der mehr über die Politik aussagt

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New Yorks Bürgermeister kam nicht zur Israel-Parade: Bruch einer 30-jährigen Tradition, der mehr über die Politik aussagt

In New York wurde die Weigerung, bei einer Parade aufzutreten, zur politischen Nachricht ersten Ranges. Bürgermeister Zohran Mamdani - der erste muslimische Bürgermeister der Stadt - beschloss, nicht an der traditionellen Israel gewidmeten Parade teilzunehmen, und brach damit eine über drei Jahrzehnte alte politische Praxis.

Jahrzehntelang behandelten New Yorks Bürgermeister, Gouverneure und andere Amtsträger die Teilnahme an dieser Parade auf der Fifth Avenue als ein nahezu pflichtgemäßes Ritual - eine Möglichkeit, die Gunst der Tausenden Anwesenden zu gewinnen. Mamdani brach den Brauch nicht nur, er kündigte es im Voraus an: „Während meiner Kampagne sagte ich, dass ich nicht an der Parade teilnehmen werde, und ich legte meine Ansichten zur israelischen Regierung klar dar."

Zwei Wochen zuvor veröffentlichte sein Büro ein Video über die Nakba - den palästinensischen Begriff für die Vertreibung von rund 700.000 Menschen während des arabisch-israelischen Konflikts von 1948. Das heizte das Feuer schon vor der Parade an. Die Reaktion eines Teils der jüdischen Gemeinde war scharf: Rabbiner Marc Schneier nannte den Schritt „eine Ohrfeige für jeden Juden in New York" und fügte hinzu: „Tu uns einen Gefallen und bleib zu Hause. Wir brauchen dich nicht. Wir wollen dich nicht."

Mamdani, der pro-palästinensische Positionen vertritt und zugleich Israels Existenzrecht anerkennt, versprach, die jüdischen Einwohner der Stadt zu schützen, und hob seine Bemühungen gegen Antisemitismus hervor. Doch in einem polarisierten politischen Klima überlebt die Nuance selten - die Aussage wird auf „dafür" oder „dagegen" reduziert, und der Raum dazwischen verschwindet.

Für den Balkanleser, der gut weiß, wie Identität und Symbolik jede politische Debatte beherrschen können, ist die Geschichte vertraut. Wenn ein Fernbleiben von einer Parade zur Schlagzeile wird, geht es nicht nur um Mamdani - sondern darum, wie sehr Politik noch immer über Symbole statt über Taten geführt wird. Ging es bei der Teilnahme an einer Parade je um Werte, oder schon immer um Stimmen?