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SDSM verlässt die Kommission, Kredit über 260 Millionen Euro im Anmarsch: Staatsschuld in zwei Jahren von 8,5 auf 11 Milliarden

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Der Finanz- und Haushaltsausschuss des Parlaments hat heute den Gesetzentwurf zu einer neuen Staatsanleihe in Höhe von 260 Millionen Euro von internationalen Finanzinstitutionen geprüft - für Haushaltsbedarf, Kapitalausgaben und die Refinanzierung bestehender Schulden. Die oppositionelle SDSM zog sich offiziell aus der Debatte zurück.

Parteichef Venko Filipche begründete den Schritt: „Wir werden nicht Teil dieser brutalen, täglichen Verschuldung des Landes sein." Er kündigte zudem an, die Partei werde Strafanzeige und eine Interpellation gegen Parlamentspräsidenten Afrim Gashi einreichen - mit dem Vorwurf wiederholter Verletzungen der Parlamentsregeln.

Den technischen Details des stellvertretenden Finanzministers Nikolche Jankulovski zufolge wird der Kredit in einer Tranche ausgezahlt, mit einer Laufzeit von 7 Jahren, einer Karenzzeit von 3 Jahren und einem variablen Zinssatz - 6-Monats-Euribor plus 2,1 Prozent. Unbeantwortet bleibt, ob dieses Finanzierungsmodell das optimale ist - oder einfach das schnellste.

Drängender ist das Bild der Staatsverschuldung der letzten zwei Jahre. Laut Filipche ist sie von 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 11 Milliarden Euro heute gestiegen - 30 Prozent Wachstum in zwei Jahren, eine Zahl, die in Debatten über makroökonomische Instabilität auftaucht. Die Banken bewilligten zunächst nur 260 Millionen (statt der beantragten 300 Millionen) zu 4,5 Prozent Zinsen - was Filipche als Zeichen für die Sorge der Gläubiger um das Rating des Staates liest.

Die Opposition behauptet, die geliehenen Mittel flössen nicht in Gehälter, Sozialtransfers oder Mehrwertsteuererstattungen, sondern in Ausschreibungen an parteinahe Firmen. Schwere Behauptung - ohne konkrete Verträge schwer zu beweisen, ohne transparente Liste der Endbegünstigten aber auch schwer zu widerlegen.

Verfahrenstechnisch wirft Filipche Gashi vor, die Regeln wissentlich zu brechen - er habe die Leitung der Haushaltsausschuss-Sitzungen anderen Abgeordneten übertragen, obwohl die Ausschussvorsitzende Sanja Lukarevska physisch anwesend gewesen sei. Die VMRO-DPMNE wies die Kritik durch Bojan Stojanovski zurück und nannte den Rückzug der Opposition „erwartbares politisches Theater" und ein routinemäßiges Ausweichen vor der Debatte.

Ein Balkan-Publikum hat dieses Muster mehrfach gesehen - Regierung und Opposition tauschen Plätze, aber das Verhältnis zwischen parlamentarischem Stempel und Parteiinteressen bleibt unverändert. Die Frage ist nicht, ob der Kredit bewilligt wird (das ist praktisch sicher), sondern ob es einen externen Mechanismus geben wird, der nachverfolgt, wohin jeder Denar geht.