Skip to content

Washington zieht einen Teil strategischer Mittel aus der NATO ab - Bomber, U-Boote und Zerstörer im Spiel

1 Min. Lesezeit
Teilen
Washington zieht einen Teil strategischer Mittel aus der NATO ab - Bomber, U-Boote und Zerstörer im Spiel

Bei einem geschlossenen Treffen der politischen Direktoren der NATO informierte Washington die Verbündeten, dass es plane, die für das Bündnis bereitgestellten strategischen militärischen Mittel schrittweise zu reduzieren - Bomber, Kampfjets, Drohnen, U-Boote, Zerstörer. Erklärtes Motiv: Druck auf Europa, mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen.

Die Details sind unklar. Der Pentagon-Berater Alexander Velez-Green übermittelte die Botschaft, bestätigt von zwei Diplomaten der Allianz, die Anonymität wünschten. Konkrete Zahlen und Zeitrahmen - keine. „Bestimmte Kapazitäten bleiben unberührt, andere werden ganz abgezogen, weitere um die Hälfte oder ein Drittel reduziert", sagte einer der Diplomaten. Eine endgültige Entscheidung gibt es nirgendwo - nicht einmal in US-Regierungskreisen.

Das ist die dritte russische Realität der neuen Regierung. Zuerst wurden 5.000 Soldaten aus Deutschland abgezogen (später kam heraus, dass auch 4.000 aus Polen dabei waren), dann ging Trump zurück und versprach weitere 5.000 für Polen. Jetzt - Zerstörer und U-Boote. Niemand kennt die Strategie, denn auch die vorigen Schritte tragen keine innere Linie.

Die USA versichern gleichzeitig, dass die nuklearen Verteidigungsgarantien unverändert bleiben. Das ist ein Paradox, das europäische Verteidigungsminister verstehen - amerikanische Atomsprengköpfe in Europa funktionieren nur, wenn eine klassische militärische Kraft den politischen Willen stützt. Ohne Bomber und U-Boote wird der nukleare Schutz theoretisch.

Die Fachanalysen sind düster. Jennifer Kavanagh von Defense Priorities argumentiert, bestimmte Lücken seien besonders schwer zu schließen - U-Boote und strategische Bomber haben einen Entwicklungszyklus, der in Jahrzehnten gemessen wird. Europäische Länder können nicht einfach amerikanische Panzer kaufen und das Problem austauschen.

Für den Balkan ist das direkt relevant. Mazedonien und Albanien sind NATO-Mitglieder, und ihre Sicherheit hängt von amerikanischen strategischen Mitteln ab. Wenn ein amerikanisches U-Boot das Mittelmeer nicht mehr im selben Rhythmus patrouilliert, wenn strategische Bomber nicht mehr über Balkan und Schwarzes Meer fliegen, heißt das nicht, dass Sicherheit verschwindet - es heißt, sie muss mit weniger Ressourcen und größerem europäischen Engagement gewährleistet werden.

Die Frage, die nicht nur die NATO, sondern auch Brüssel in den nächsten Monaten beantworten muss: Ist Europa bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, oder nicht? Bisher hatten wir mehr Deklarationen als abgegebene BIP-Prozente. Bei 12 Monaten bis zu einer möglichen russischen Eskalation - die Zeit liegt uns bereits auf den Schultern.