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Ohrid entging der schwarzen Liste, bekam aber eine Fünf-Jahres-Frist: 4.847 Schwarzbauten, kein einziger Abriss

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Ohrid entging der schwarzen Liste, bekam aber eine Fünf-Jahres-Frist: 4.847 Schwarzbauten, kein einziger Abriss

Die Region Ohrid ist wieder davongekommen. Auf der 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees, die in Busan, Südkorea, stattfindet, wurde beschlossen, Ohrid nicht auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen - sondern ihm eine Frist von fünf Jahren zu geben, um das Chaos am Ufer zu ordnen. Also keine schwarze Liste. Aber auch kein reines Gewissen.

Außenminister Timčo Mucunski nannte dies einen „bedeutenden diplomatischen Erfolg”. Und tatsächlich ist es diplomatisch ein Erfolg - der Staat hat ein internationales Gremium erneut überzeugt, dass er sich bessern werde. Das Problem ist, dass wir das Versprechen der Besserung seit Jahrzehnten hören, während der Beton am Ohrider Ufer weiter wächst.

Die Zahlen sprechen lauter als jede Pressemitteilung. Laut einem Bericht des Staatlichen Rechnungshofs gibt es in Ohrid 4.847 illegale Bauten, Hotels inbegriffen. Für sie wurden 456 Abrissbescheide erlassen. Vollstreckt - kein einziger. Kein einziger. Das ist die Gleichung, die die ganze Lage erklärt: Ein Gesetz gibt es, Bescheide gibt es, aber Bagger gibt es keine.

Mucunski erklärte, Schwarzbauten „nicht nur in Ohrid” müssten auf angemessene und gesetzeskonforme Weise entfernt werden. Schöne Worte. Aber den gesetzeskonformen Weg gab es auch bisher, und dennoch liegen 456 Bescheide in der Schublade. Die Frage ist nicht, ob die Behörden wissen, was zu tun ist - der Plan ist klar. Die Frage ist, wer den ersten Bagger anwirft und über wessen Ferienhaus.

Die Hauptbeanstandungen der UNESCO blieben dieselben wie in den Vorjahren: unkontrollierte Urbanisierung, Verschmutzung des Sees, ein ineffizientes Sammelkanalsystem, Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und schwache Koordination zwischen den Institutionen. Bis zum 1. Februar 2027 ist ein Fortschrittsbericht vorzulegen, und der Strategische Sanierungsplan läuft bis 2030.

Fünf Jahre klingen nach einer langen Frist. Doch wenn in den vergangenen Jahrzehnten kein einziger Schwarzbau abgerissen wurde, warum sollten die nächsten fünf anders sein? Die UNESCO gab uns Zeit. Sie gab uns nicht den Willen - der muss von zu Hause kommen. Und zu Hause, am See, läuft der Sommer weiter nach altem Muster: Konzessionen, Bars und Beton dort, wo nur Wasser und Schilf sein sollten.