Skip to content

Skopje schickt Tankwagen, auch Flaschenstellen entstehen: Die Solidarität erreichte Gostivar schneller als die Bürokratie, doch ein Flicken ist keine Lösung

1 Min. Lesezeit
Teilen
Skopje schickt Tankwagen, auch Flaschenstellen entstehen: Die Solidarität erreichte Gostivar schneller als die Bürokratie, doch ein Flicken ist keine Lösung

Während die Institutionen darüber streiten, ob die Krise in Gostivar eine Epidemie ist oder nicht, machte sich die Hilfe von dort auf den Weg, von wo sie am schnellsten kommen konnte - aus den Nachbargemeinden. Die Stadt Skopje schickte Tankwagen mit Trinkwasser, und vor Ort entstanden Flaschenstellen. Die Solidarität reagiert, wie so oft auf dem Balkan, schneller als die Bürokratie.

Der Bürgermeister von Skopje, Orce Gjorgjievski, teilte mit, die Stadt habe umgehend Tankwagen mit sicherem Wasser für die Einwohner von Gostivar entsandt, während die Analysen zur Ursache der massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen noch laufen. „In solchen Momenten ist kein Platz zum Warten - gefragt sind schnelle Reaktion, Menschlichkeit und Solidarität”, ließ er ausrichten.

Gjorgjievski richtete in seiner Funktion als Präsident der Vereinigung der Einheiten der lokalen Selbstverwaltung auch einen Appell an die anderen Bürgermeister, sich mit Hilfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzubringen. „Nur vereint und solidarisch können wir diese Lage leichter bewältigen und den Bürgern die Sicherheit geben, dass sie nicht allein sind”, erklärte er.

Hilfe kam auch entlang der Parteilinie. Das Gemeindekomitee der VMRO-DPMNE in Gostivar stellte 20.000 Flaschen Wasser bereit, mit über die Stadt verteilten Ausgabestellen - vom Zentrum und Kej Vardar bis Ciglana und Pitarnica. Eine praktische Geste, aber auch eine mit politischer Unterschrift - denn auf dem Balkan kommt selbst ein Glas Wasser selten ohne Logo.

Das Bild ist vertraut, rührend und bitter zugleich. Wenn das System, das sauberes Wasser aus dem Hahn liefern soll, versagt, treten Tankwagen, Flaschen und fremder guter Wille an seine Stelle. Die Hilfe ist willkommen und verdient Anerkennung. Aber sie ist ein Flicken, keine Lösung.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet, während die Wasserlaster nach Gostivar rollen: Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass eine Stadt ohne sicheres Trinkwasser dasteht, und wer wird für das System zur Rechenschaft gezogen, das dies zuließ? Die Tankwagen werden abfahren, wenn die Krise vorüber ist. Die Ursache - wenn sie nicht behoben wird - wird bleiben.