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Stanford-Studie: der menschliche Körper altert in zwei Wendepunkten - mit 44 und mit 60 Jahren, ohne Vorwarnung

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Wir altern nicht allmählich. Das ist die Botschaft einer Studie, die Forscher aus Stanford schockierte, als sie die Ergebnisse herausholten. Der menschliche Körper altert in zwei dekadischen Schüben - um etwa 44 Jahre und danach um etwa 60 Jahre. Es ist kein gradueller Verfall. Das sind scharfe molekulare Verschiebungen, die alle auf einmal passieren, ohne Vorwarnung.

Der Leiter der Forschung, Michael Snyder, Genetiker in Stanford, sagte es ohne Beschönigung: „Wir verändern uns nicht allmählich mit der Zeit, es passieren dramatische Veränderungen. Die Mitte der Vierziger und der Beginn der Sechziger zeigen dramatische Veränderungen, unabhängig von der Molekülart." Das ist eine fast klinische Aussage, klingt aber wie persönliche Erfahrung für jeden, der 44 ist und auf einmal etwas anders in den Morgenroutinen fühlt.

Die Studie wurde mit einer technischen Präzision durchgeführt, wie man sie in medizinischer Forschung selten sieht. 108 Erwachsene wurden mehrere Jahre lang beobachtet. 135.239 biologische Merkmale wurden analysiert - RNA, Proteine, Lipide und Mikrobiom-Proben. Die Teilnehmer gaben im Schnitt 47 Proben über 626 Tage. Insgesamt wurden 246 Milliarden Datenpunkte gesammelt. Eine Forschung, die keinen Platz für Zufall lässt.

Was verändert sich mit 44? Lipidstoffwechsel, Verarbeitung von Koffein und Alkohol, kardiovaskuläre Gesundheit, Haut und Muskeln. Mit 60 - Kohlenhydratstoffwechsel, Koffein, Immunregulation, Nierenfunktion. Das erklärt, warum ein Mensch, der bis zum 43. Lebensjahr Kaffee ohne Probleme trank, mit 45 plötzlich nicht mehr toleriert. Das ist keine „Kopfsache", es ist molekular.

Interessant ist, dass die Forscher die Menopause als Hauptgrund für die Veränderungen mit 44 ausschlossen. Xiaotao Shen, der Hauptautor, erklärte: „Auch wenn die Menopause bei Frauen zu den Veränderungen in der Mitte der Vierziger beitragen kann, beeinflussen andere signifikante Faktoren vermutlich beide Geschlechter." Frauen und Männer haben den gleichen biologischen Wendepunkt mit 44, was bedeutet, dass die Antwort breiter ist als Hormone.

Was tun? Die Forscher empfehlen keinen spezifischen Plan. Aber die Anmerkung ist klar - Menschen mit 40 und 60 sollten ihren Lebensstil neu bewerten. Was fünf Jahre zuvor funktionierte, wird vielleicht jetzt nicht funktionieren. Alkohol, nächtliches Essen, leere Trainingseinheiten - all das wiegt mit 44 schwerer als mit 39. Und das ist keine Einbildung.

Für Leser auf dem Balkan ist das die wissenschaftliche Bestätigung dessen, was unsere Großmütter uns mit anderen Worten gesagt haben - „nach 40 verändert sich alles". Sie hatten keine RNA-Analyse, aber sie hatten Beobachtung. Und jetzt bestätigt es Stanford. Die jetzige Generation der 40-Jährigen kann dieses Wissen nutzen - und die nächsten fünf Jahre mit mehr Sorgfalt planen als jede vorherige.