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Ein Verbündeter sagte Putin, es sei Zeit, den Krieg zu beenden: Der Kreml lehnte binnen Stunden ab

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Ein Verbündeter sagte Putin, es sei Zeit, den Krieg zu beenden: Der Kreml lehnte binnen Stunden ab

Wenn ein Verbündeter vor laufenden Kameras sagt, es sei Zeit, den Krieg zu beenden, ist das kein Vorschlag. Es ist eine Botschaft. Und der Kreml hat sie genau so verstanden - weshalb er sie binnen Stunden zurückwies.

Beim Treffen in Omsk, auf dem 22. Forum für interregionale Zusammenarbeit zwischen Russland und Kasachstan, ging der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew weiter, als irgendjemand erwartet hatte. „Vielleicht ist es Zeit, diesen Konflikt einzufrieren und zur Formel Istanbul 2.0 zurückzukehren“, sagte er. Er fügte hinzu, dass junge Russen und Ukrainer sterben und dass der Krieg den Gegnern beider Länder nützt. Zugleich sagte er klar, er wolle kein Vermittler sein.

Die Antwort aus Moskau kam schnell und ohne viel diplomatische Verpackung. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, „angesichts der Position Kiews ist ein Einfrieren als solches unmöglich“. Und dann folgte der Satz, der die gesamte Logik offenlegt: „Für uns gibt es eine Hauptbedingung, wir müssen unsere Ziele erreichen.“

Was „Frieden“ im Wörterbuch Moskaus bedeutet

Peskow behauptet, die Kämpfe könnten „bis zum Ende des Tages“ enden, wenn Kiew die russischen Bedingungen akzeptiert. Diese Bedingungen lauten: Rückzug der ukrainischen Streitkräfte aus Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie öffentlicher Verzicht der Ukraine auf die NATO-Mitgliedschaft. Kiew lehnt sie ab.

Anders gesagt: Frieden ist sofort zu haben, sofern eine Seite zuerst alles verliert, wofür sie kämpft. Das ist kein Einfrieren, das ist Kapitulation mit besserer Terminologie. Wie oft haben wir dieselbe Formel auf diesem Kontinent schon gehört?

Interessanter als die Antwort selbst ist, wer sie provoziert hat. Tokajew ist kein westlicher Politiker, der Punkte im heimischen Wahlkampf sammelt. Kasachstan ist Nachbar, Partner und ein Land, dessen Wirtschaft eng an die russische gebunden ist. Wenn eine solche Adresse öffentlich über ein Einfrieren zu sprechen beginnt, heißt das, dass auch bei den Nächsten die Geduld mit Moskau dünner wird.

Der Kreml hat selbstverständlich das Recht, jeden Vorschlag abzulehnen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der Ablehnung eines Vorschlags vom Feind und der Ablehnung eines Vorschlags vom Verbündeten. Letzteres bleibt länger in Erinnerung.